Der lange Weg nach Kienbaum

Winnies U20-Team über KMT zur Mehrkampf-DM

So ging's los:

Betzdorf, 3. Oktober 2016

Traditionell, seit fast 10 Jahren, der Jahresabschluss der Konzer Mehrkämpfer aus Winnies Mannschaft und wie jedes Jahr gab es nochmal viele Bestleistungen.

In der U18 die beiden 99er-Jahrgangsathleten Aaron und Cameron mit neuen Zehnkampfbestleistungen 5286 Punkte und 4514 Punkte.

Ebenfalls neue Bestleistungen für die 98er-Athleten Fynn (5752 Punkte) und Lucas (4519 Punkte) in der U20.

Für eine Mannschaftswertung werden 3 Athleten eines Vereins gewertet. In Betzdorf fehlen also sowohl in der U18 als auch in der U20 der Dritte Mann.

Im kommenden Jahr werden alle vier wieder in einer Klasse starten. Aaron und Cameron rücken in die U20 auf, in der Fynn und Lucas noch ein weiteres Jahr starten dürfen.

Und schon wurde gerechnet:

Die besten drei Wertungen aus Betzdorf hätten addiert eine theoretische Mannschaftsleistung von 15557 Punkten ergeben.

Mannschaftsqualifikationsleistung zur Deutschen Meisterschaft: 16200 Punkte.

Fehlen satte 650 Punkte. Und nicht nur das: Für Cameron und Aaron werden in der U20 die Gewichte des Diskus, Kugel und Speer höher. Dazu dann auch noch höhere Hürden im Hürdensprint.

Es müsste schon der perfekte Tag kommen, mit jeder Menge Bestleistungen, um die 16200 Punkte zu schaffen. Selbst Winnie hat Zweifel, ob das realistisch ist.

Trotz alledem, das Ziel für 2017 war da: 12./13. August, Deutsche Zehnkampfmeisterschaft in Kienbaum… Mit uns!

Die Konzer Mehrkämpfer in Betzdorf, leider verdeckt: Conni

 

Oktober: Regenerationsphase

November, Dezember: Grundlagentraining in der Halle

Weihnachtsferien: Winnie konnte 5 Mal Hallentraining in der Halle des Olympiastützpunktes Saarbrücken buchen

Januar: Erster Formtest bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften Halle in Ludwigshafen: Einmal Gold und zweimal Silber für Aaron und Cameron. Fynn und Lucas im Abiturstress.

Februar: Weiter Hallentraining

März: Eine Woche Trainingslager in Italien mit dem befreundeten TV Bad Ems

April: Endlich wieder raus ins Stadion

Erste Wettkämpfe: Osterwerfen in Trier, Bezirksmeisterschaften in Trier (M/W) und Daun (U20). Und dann geplant die Rheinland-Einzelmeisterschaften der U20 in Neuwied mit guten Titelchancen… bis Anna im Terminkalender des Saarländischen Leichtathletikbundes für dasselbe Wochenende die Ausschreibung zu deren Mehrkampfmeisterschaften in Püttlingen findet.

Trotz massiver Bedenken von Winnie ("Ist zu früh in der Saison") umgeplant. Neuwied abgesagt, Anmeldung zur saarländischen Mehrkampfmeisterschaft in Püttlingen.

Projekt "DM Kienbaum" soll endlich beginnen!

 

 

 

Püttlingen 13./14. Mai

Cameron ist verhindert aber Lucas, Fynn und Aaron melden. Drei Mann, die Mindestanzahl für eine Mannschaftswertung.

Schönes Stadion. Gute Anlagen, leicht kühl, alles in Allem: Gute Bedingungen.

Rein rechnerisch sind pro Disziplin 1620 Punkte nötig.

In den schwächeren Disziplinen Diskus, Speer und Stabhochsprung ist das weit mehr als wir einplanen können. Also muss in den Sprint- und Sprungdisziplinen ein Punktepolster erarbeitet werden, um unsere schwächeren Disziplinen, alle an Tag 2 eines Zehnkampfs, wieder auszugleichen.

 

Disziplin 1: 100 m

Alle drei mit anständigen Leistungen. Aber keiner mit Bestleistung. In der Summe 1721 Punkte. 100 Punkte als Polster aufgebaut. … Aber in Betzdorf waren es 1859 Punkte und dort hätten uns am Ende immer noch 650 Punkte zur Qualifikationsleistung gefehlt. Jetzt waren es fast 140 Punkte weniger als in Betzdorf. Rechnerisch sind wir jetzt schon bei 790 Punkte "minus".

Hatte Winnie doch recht? Zu früh, zu kühl.

 

Weitsprung

Erste neu Bestleistung. Fynn spring 6,27m. Aaron und Lucas in ihrem Leistungsbereich. 1663 Punkte, in etwa wie in Betzdorf.

 

Kugelstoßen

Aaron im Vergleich zu Betzdorf jetzt mit der um ein Kilo schwereren Kugel 9,70 m statt 11,14 m. Prompt 80 Punkte weniger. Auch Fynn leicht hinter Betzdorf. Nur Lucas kann sich steigern.

In Summe 1495 Punkte, nochmal 50 Punkte hinter dem Ergebnis von Betzdorf. Nach drei Disziplinen bereits 200 Punkte weniger und die Qualileistung damit in weiter Ferne.

 

Hochsprung … "jetzt geht’s los"

Lucas: 1,65m, neue Bestleistung. Fynn: 1,77m, 3cm über Betzdorf, neue Bestleistung. Und Aaron springt weiter, Höhe nach Höhe... Erst bei 1,95m fällt die Latte drei Mal. Damit übersprungene 1,92m, 731 Punkte. Die dritte neue Bestleistung.

1837 Mannschaftspunkte. 150 Punkte mehr als Betzdorf.

Die Aufholjagd hat begonnen!

Aaron über 1,92m 

 

400m

Der schwere Abschluss des ersten Tages eines Zehnkampfes. Alle drei in einem Lauf. Dazu weitere starke Gegner. Das spornt an und die nächsten drei Bestleistungen fallen, 1851 Punkte. 110 Punkte mehr als in Betzdorf. In Summe des ersten Tages 8567 Punkte. Das sind nach 5 Disziplinen gerade mal 60 Punkte mehr als wir bei dem letzten Wettkampf hatten.

Fehlen also noch 7633 Punkte. Weit weniger als die Hälfte, aber auch fast 600 Punkte mehr als die Leistung in Betzdorf am zweiten Tag war.

Und nur noch 5 Disziplinen übrig, um diese 600 Punkte aufzuholen.

Egal: Jetzt gut schlafen, gut erholen und morgen aufs Neue.

Zufriedenheit im Konzer Lager

 

110m Hürden

Normalerweise ist diese Disziplin der einzige gute Punktelieferant für unser Team am zweiten Wettkampftag.

Alle drei Athleten im gleichen Lauf. Schuss. Lucas kommt spät aus dem Block aber alle drei kommen gut durch. Nach unserer Handstoppung sollten die Zeiten richtig gut sein … und dann die Durchsage: "Leider ist die Zeitmessung ausgefallen…".

Der Lauf muss wiederholt werden. Ganz bestimmt kein Vorteil für unser Vorhaben.

Also nochmal ran. Diesmal geht alles gut. Zeiten ok. 1766 Punkte. Wieder 50 Punkte aufgeholt.

 Fynn führt, Aaron an Position drei

 

Diskus

Eigentlich eine unserer schwächsten Disziplinen. Nur Fynn ist ein sicherer Werfer. Für Lucas und Aaron geht es in erster Linie darum, den Diskus in den Sektor zu bringen und dann hoffen, dass es auch noch weit ist.

Fynns Diskus segelt und segelt und landet erst hinter der 40m-Linie. 40,52m, neue Bestleistung, 675 Punkte. 100 mehr als Betzdorf.

Auch Aaron mit neuer Bestleistung, steigert sich um 80 Punkte. Lucas knapp dran. 1459 Mannschaftspunkte. Fast 200 Punkte aufgeholt. Und schon ist wieder alles möglich.

 

Stabhochsprung

Lucas ist bis 2,70m dabei.

Aaron und Fynn überqueren 3,30m. Nun ist Aaron schon 20 cm über seiner alten Bestleistung. Fynn setzt 3,40m aus. Aaron kommt über 3,40m. Neue Bestleistung. 3,50m, Fynn steigt wieder ein. Eine Höhe, die er eigentlich sicher im Griff hat.

Erster Versuch: Beide reißen.

Gleiches im zweiten Versuch.

Dritter Versuch: Aaron springt, streift die Latte, die hüpft und wackelt, und bleibt liegen. Bestleistung um 40 cm gesteigert.

Fynn springt, die Latte wackelt … und fällt. So ist Zehnkampf.

In Summe 50 Punkte weniger als im Westerwald. Schade, das war’s dann wohl.

Aaron mogelt sich drüber

 

Speerwurf

Bestleistung für Aaron, zweitbeste Leistungen für Fynn und Lucas und ... 200 Punkte besser als Betzdorf. Oh! Jetzt doch noch mal schnell rechnen.

Wir sind jetzt bei 14251 Punkten.

 

1500m

Es fehlen 1950 Punkte bis zu 16200. Viel zu viel. In Betzdorf gab es 1737 Punkte für den abschließenden 1500m Lauf.

Trotzdem: "Wir versuchen es".  Die Männerklasse und die U20 werden zusammen in einen Lauf gelegt.

Start. Nach 100m ist Lucas schon dem Rest des Feldes weit enteilt. Die Zuschauer auf der Tribüne sehen ihren saarländischen Favoriten Marvin Bollinger aus der Männerklasse in der ungewohnten Verfolgerrolle "Was macht denn der Blaue da?".

Lucas zieht gleichmäßig seine Runden. 4:25 min. Marvin bricht auf seiner Verfolgungsjagd ein und wird seinerseits jetzt von Aaron gejagt. 4:48 min. Bestleistung um 20 Sekunden verbessert.

Ich bin dann mal weg... Lucas alleine unterwegs

 

Ebenso Fynn, neu Bestleistung und 1876 Punkte für die Mannschaftswertung. Überraschend die beste Disziplin des ganzen Zehnkampfs.

Und doch knapp vorbei. Winzige 73 Punkte fehlen zur Qualifikations-Norm.

Egal. Ein toller Zehnkampf in großartiger Atmosphäre und klasse Leistungen.

Drei neue Zehnkampfbestleistungen: Fynn 5869 Punkte, Aaron 5568 Punkte und Lucas 4690 Punkte.

Und das beste: Jetzt ist es klar: die 16.200 Punkte sind möglich.

 

 

 

27. Pfingstmehrkämpfe in Limburgerhof, 4./5. Juni 2017

Toll abgesprungen - und hart gelandet

 

Zweiter Versuch. Bei den Traditionswettkämpfen im pfälzischen Limburgerhof soll es klappen.

Lucas hat die am Vortag stattfindenden Rheinlandmeisterschaften im Hindernislauf und den sicheren Titel abgesagt.

Cameron und Peter sind mit dabei, die Mannschaft komplett, voller Selbstbewusstsein. Jetzt oder nie.

Püttlingen ist jetzt die Messlatte.

Der zweite Tag in Püttlingen war fast optimal. Diese Leistungen werden nur schwierig zu steigern sein.

Aber am ersten Tag, da gab es noch genügend Reserven. Da müssen die fehlenden 73 Punkte geholt werden und am besten auch noch ein Sicherheitspolster an Punkten für den zweiten Tag aufgebaut werden.

 

Los geht’s.

100m

Der erste Knaller. Keiner mit neuer Bestleistung, aber alle 4 Athleten im oberen Leistungsbereich: 1843 Punkte. 120 besser als in Püttlingen!

 

Weitsprung

Fynn 6,28m neue Bestleistung, Aaron über 6m, gut, Cameron 5,69m, fast Bestleistung: Vorsprung weiter ausgebaut.

 

Kugel

Fynn: Bestleistung geschrammt, Aaron 1m weiter als Püttlingen…:  1579 Punkte. 90 Punkte mehr.

Nach drei Disziplinen schon 220 Punkte vor Püttlingen. Voll auf Kurs. Ja, so haben wir uns das erhofft. Hochstimmung.

 

Hochsprung

In Püttlingen brachte der Hochsprung die Wende. Nach mäßigem Start tolle Leistungen im Hochsprung und drei neue Bestleistungen... Und dann weiter auf dieser Welle.

Jetzt: Lucas bis 1,64m dabei. Fast wie Püttlingen. Ok. Fynn bei 1,72m raus, 5 cm weniger und Aaron endet bei 1,80m. 12 cm weniger. Oh, das tut weh.

Der schöne Vorsprung aus den ersten drei Disziplinen fast komplett weg.

Und der Schock wirkt noch nach.

 

400m

Die Disziplin in der die Motivation so wichtig ist, um auf den letzten Metern das Tempo hochhalten zu können.

Und so kommt es: Die nächste Disziplin mit weniger Punkten. Aber drei Mal Bestleistung so wie in Püttlingen, das lässt sich nicht beliebig wiederholen.

 

400m sind hart. Fynn und Lucas

Der ursprüngliche Punktevorsprung ist jetzt weg. Am Abend liegen wir genau 1 Punkt hinter Püttlingen. Und der zweite Tag in Püttlingen war Top.

Eine schwere Aufgabe für den nächsten Tag. 

 

Nach dem ersten Tag mit Anna und Peter

 

Zweiter Tag, sechste Disziplin:

110m Hürden

Dieses Mal klappt alles. Alle vier im selben Lauf. Zeitnahme funktioniert: 60 Punkte besser als in Püttlingen.

   

Diskus

Gut, aber nicht so gut wie vor 3 Wochen: Minus 100 Punkte

 

Stabhochsprung und Speerwurf

Gleiches Bild. Punktezahlen leicht schlechter.

 

Fynn bei Stabhochsprung 

 

Und so fehlen dann vor dem abschließenden 1500m Lauf noch 2108 Punkte. Unmöglich.

Damit fehlt dann auch der letzte Wille, gegen die Schmerzen das Tempo hochzuhalten.

Cameron mit einer neuen Zehnkampfbestleistung von 4607 Punkten. Auch Fynn leicht verbessert.

Aber im Mannschaftsergebnis mit 15868 Punkten das Ziel klar verpasst.

 

Und jetzt, was tun?

"Kopf hoch, wir versuchen es nochmal"

 

Das U18 Mädchen Team der LG Sieg hat in Limburgerhof die DM-Norm um winzige 7 Punkte verfehlt und entscheidet, das Unterfangen einzustellen:

„Jetzt noch ein Mehrkampf, dann eventuell schon die Deutsche Meisterschaft und später noch die Rheinlandmeisterschaft. Nein, zu viele Mehrkämpfe in zu kurzer Zeit.“

Ja, und wir haben ja zusätzlich schon den Zehnkampf in Püttlingen absolviert.

Und dann kommen in den nächsten Wochen die Rheinland- und Rheinland-Pfalz-Einzelmeisterschaften, danach die Schulferien und damit auch die typische Sommerferien- Wettkampfpause.

Nah und fern kein geeigneter Zehnkampf in Sicht, um die DM-Norm doch noch zu schaffen.

Aufgeben kommt jedoch nicht in Frage. Plan-B muss her. "Wenn’s in Limburgerhof nicht klappt, veranstalten wir halt selbst einen Zehnkampf in Konz"

Also: Enttäuschung abwischen, Duschen, Taschen packen, Abstecher zur besten Eisdiele der ganzen Pfalz und dann von den 27. Pfingstmehrkämpfen in Limburgerhof nach Hause zu den 1. Konzer Mehrkampf Tagen (KMT) im Saar-Mosel-Stadion!

Wieder aufgerichtet 

 

 

 

Die Vorbereitungen

 

Wo sollen die Voraussetzungen für gute Leistungen besser sein als im eigenen Stadion?

Da, wo Winnie uns seit 10 Jahren über die Tartanbahn jagt, uns alle Sandkörner in der Sprunggrube gut bekannt sind, wir die Anlaufkurve zum Hochsprung schon hunderte Male gelaufen sind, … und am Wettkampftag in 10 Minuten im Stadion sind und abends zuhause schlafen können.

 

Terminwahl. Meldeschluss zur Deutschen Mehrkampfmeisterschaft ist der 29. Juli. Bis zu diesem Tag muss die Meldeleistung erbracht sein.

Der 21./22. Juli erscheint gerade richtig. Sieben Wochen nach Limburgerhof und noch drei Wochen vor der DM in Kienbaum.

Stadion frei? Ja. Kein Fußball. Zeitmessanlage frei? Günter Heidle als LVR-Beauftragter frei? Ja, passt alles. Das Wochenende vom 21. - 22. Juli ist gebucht.

Wettkampf beim DLV anmelden. Ist 2 Tage später schon genehmigt. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Dann: Diskusnetz aufhängen. Bisher verbotenes Terrain. Aber jetzt wollen wir uns an die Anlage gewöhnen. Jeder Meter weiter zählt. Zudem: Mit dem Netz sieht unser Stadion auf einmal richtig nach Leichtathletik aus.

 

Dann Geräte-Inventur: Wettkampfkonforme 800 Gramm Speere fehlen. Ebenfalls fehlen gute 1,75kg Disken für die U20.

Beides wird von der TG-Geschäftsstelle bestellt und gleich ins Training übernommen. Auch die Lizenz für die Software zur Wettkampfverwaltung wird noch bestellt.

Alle anderen benötigten Geräte finden sich in der Stadiongarage:

Leicht verstaubt und in die Jahre gekommen, aber alles da: Latten für Stabhochsprung, Messstäbe für Hoch- und Stabhochsprung, Weitenmarkierungen, Kampfrichter-Flaggen, Siegerpodest, …

 

Einziges Problemkind: Die Stabhochsprungmatte. Das Schutznetz ist stellenweise zerrissen und eine mögliche Verletzungsgefahr für die Springer.

Christian organisiert einen Experten, der aber letztlich nicht richtig helfen kann.

Dafür aber Gertrud und ihre Freundin. Mit Nadel und Zwirn und zwei Nachmittagen ist auch das Problem gelöst.

 

Unkraut aus dem Kugelstoßsektor und der Stadionbahn entfernen, Null-Line an der Stabmatte markieren, Zeitplan festlegen, Ausschreibung veröffentlichen….

Michael erledigt die umfangreichen EDV-Arbeiten.

In der Wettkampf-Software den Wettkampf anlegen, Disziplinen und Startzeiten eingeben, Meldungen erfassen, Urkunden entwerfen, und, so wie bei großen, internationalen Wettkämpfen gesehen, sollen es personalisierte Startnummern sein. Wenn es der Motivation der Wettkämpfer hilft, und dann den letzten entscheidenden Punkt mehr bringt, … na klar doch. Design entwerfen, Blanko Startnummern bestellen, Daten vorbereiten und dann alles in der Geschäftsstelle ausdrucken. Perfekt.

 

Winnis Startnummer

 

Ja, und dann braucht es auch noch Helfer für die beiden Wettkampftage: Meldestelle einrichten, Startnummern ausgeben, Verpflegungsstand aufbauen und betreuen, Zeitmessung aufbauen, Startblöcke bereitlegen, Hürden aufstellen, deren Abstand, Höhe und Gegengewicht entsprechend der jeweiligen Wettkampfklasse einstellen, Sand in der Weitsprunganlage auflockern, Bänke, Stühle, Tisch und Sonnenschutz aufstellen. Dann im Wettkampf Absprungkontrolle, Plastilin glätten, Weitenmessung, Sand wieder planieren, Ergebnis erfassen, ... dann Kugelstoßring ausfegen, Sand im Sektor auflockern, … eine endlose Liste von Arbeiten.

Kurz: Vier tolle Athleten alleine reichen noch lange nicht aus, um die Qualifikation zu schaffen. Es braucht auch noch viele, viele Helfer.

Wettkampfstation aufbauen, Wettkampf betreuen, Station wieder abbauen. Und dies 10 Mal plus 7 Mal für den Frauenmehrkampf.

Caro macht sich Zeit. Sie kann auch noch Ihren Vater und Freund verpflichten.

Willi und sein Vater sind zwei Tage unermüdlich im Einsatz, Günter Heidle, Vera und Ernst Klettke, Familie Weires, …. Und dennoch: Wenig, um einen Zehnkampf und einen Siebenkampf mit unterschiedlicher Wettkampfabfolge auszurichten.

Einzige Lösung: Der Ablauf des Siebenkampfs wird so weit wie möglich an den Zehnkampf angepasst. So ist, in der Regel, immer nur ein Wettkampf am Laufen. Eine Helfergruppe betreut den aktiven Wettkampf, während die zweite Gruppe den folgenden Wettkampf vorbereitet und dann durchführt, ….  Und wenn dann doch noch eine zusätzliche Hand nötig ist, finden sich immer wieder befreundete Betreuer anderer Vereine, die mit anpacken.

 

Die Helfer (fehlen: Caro, Caros Freund, Caros Vater und Günter Heidle)

 

In den Wochen seit Limburgerhof waren Winnies Athleten bei den vielen anstehenden Einzelmeisterschaften im Einsatz:

Bei den RLP-Meisterschaften der Männer in Trier Gold für Fynn im Stab.

Michael und Aaron Gold und Silber im Dreisprung. Cameron und Lucas Silber und Bronze über 400m Hürden und Anna in der WU18 Silber über 1500m und Bronze im Dreisprung.

 

In Saulheim bei den U20 Titelkämpfen Silber und Bronze für Fynn im Diskus und 110m Hürden, Aaron mit Silber im Dreisprung.

 

Und bei den Rheinlandmeisterschaften der Männer in Hachenburg zwei Titel für Aaron, im Dreisprung und Hochsprung. Anna gewinnt den Titel der U18 im Dreisprung.

Limburgerhof vergessen gemacht. Viel Selbstvertrauen getankt.

 

Letzte mentale Vorbereitung: Am Vortag zu KMT markieren die Jungs noch die Sektoren fürs Kugelstoßen und den Speer- und Diskuswurf.

Jetzt weiß jeder von Ihnen ganz genau, wo er hinwerfen muss.

Alles klar. Es kann losgehen.

 

 

 

1. Konzer Mehrkampftage 21. /22. Juli 2017

 

Teilnehmerfeld: Sehr übersichtlich. MU20: Unsere 4 Athleten, MU18: 5 Athleten, einschließlich dem Saarlandmeister und dem Rheinlandmeister. Bei den Frauen: Anna leider weit weg in Urlaub.

Vera ist am Start und wird den Wettbewerb mit neuem Rheinland-Rekord im Siebenkampf ihrer Altersklasse gewinnen. Nebenprodukt von diesem Ergebnis: Ein weiterer Rheinland-Rekord über 80m Hürden in 17,32s.

Wenig Masse, aber viel Klasse.

 

Vera neue Rheinland-Rekord Halterin im Siebenkampf und 80m Hürden W50 

 

Der erste Wettkampftag

Wetter: Ok. Nicht mehr so heiß wie an den Vortagen und auch die, im Sommer kraftzehrende, Sonne verbirgt sich immer wieder mal hinter Wolken.

 

Samstag, 14:00 Uhr

Erster Start: 100m

Auf der Sprintbahn unangenehme Gegenwindböen. Ernst, als Starter, wartet mit dem Startkommando auf eine Windpause. Schuss. Alle vier kommen gut weg, … und nach 50m bläst Ihnen die nächste kräftige Böe mit Wucht in Gesicht.

Keine Topzeiten aber dennoch gute Zeiten: 1796 Mannschaftspunkte. 75 Punkte besser als in Püttlingen.

Guter Anfang.

 100m Einlauf

 

Weitsprung

Der Gegenwind von der Zielgeraden steht jetzt hier als leichter Rückenwind an.

Aaron nutzt den Vorteil perfekt aus: 6,56m, Bestleistung um fast einen halben Meter gesteigert. 711 Punkte. Lucas, Fynn, Cameron: Alle im hohen Leistungsbereich: 1772 Mannschaftspunkte. Der Vorsprung wächst um weitere 110 Punkte.

Cameron

Lucas

Aaron

 

Kugel

Bestleistung für Cameron. Ansonsten solide Vorstellung. Leicht besser als Püttlingen. Vorsprung gehalten.

 

Fynn

 

Hochsprung

Fynn mit neuer Bestleistung: 1,81m. Klasse. Aaron 1,90m, dicht dran an seiner Bestleistung.

In Summe zwar 70 Mannschaftspunkte weniger als in Püttlingen aber nach den ersten vier Disziplinen immer noch 130 Punkte im Vorteil.

 

400m

Der schwere Abschluss des ersten Tages eines Zehnkampfs. Gut starten, hohes Tempo aufnehmen und dann auf den letzten Metern kämpfen, kämpfen, kämpfen bis der erlösende Zielstrich erreicht ist.

Und die 11. Disziplin der Helfer: Anfeuern, Klatschen, an Bande trommeln. Alles hilft.

Und das tut es. Zeiten von Püttlingen mit damals drei neuen Bestleistungen nochmal bestätigt. Nichts verloren, im Gegenteil: 8 Punkte mehr.

 

400m Zielkurve: Zeigt her eure Zähne!

 

Damit bei Halbzeit 8705 Punkte. 140 Punkte mehr als nach dem ersten Tag im Saarland. Noch nichts verloren. Aber auch noch nichts gewonnen.

Noch 5 Disziplinen sind am zweiten Tag zu absolvieren. Von vier Athleten. Heißt 20 Mal kann es schief gehen. Wir haben keine Reserven, können keinen Ausrutscher wegstecken.

 

Der zweite Tag muss entscheiden.

Einzige suboptimale Disziplin in Püttlingen war das Stabhochspringen. Da sind heute noch Reserven, um es besser zu machen und Punkte rauszuholen.

Und in den anderen Disziplinen dürfen wir nicht viel verlieren.

 

Sonntag, 10:30, Zweiter Wettkampftag

Bewölkter Himmel. Temperaturen gut.

Unser Leichtathletik Stadion

 

110m Hürden

Heute leichter Rückenwind auf der Bahn. Der Start klappt, alle kommen gut durch.

Nur minimal schlechter. 9 Pünktchen eingebüßt. Ok, in Ordnung.

 

Diskus

Unsere Zitter-Disziplin. Viel kann schiefgehen. Würfe ins Netz, aus dem Sektor heraus, und dann auch nur drei Versuche.

Fynn hatte in Püttlingen einen Wurf über 40m. Kaum zu erwarten, dies noch steigern zu können. So dicht ran wie möglich. Aber am Ende fehlen dann doch 5m. Aaron, Lucas und Cameron können nur 2 Meter davon wiedergutmachen. Also 3m weniger, bedeutet fast 50 Punkte verloren.

Es wird wieder eng.

 

Aaron

 

Cameron

Fynn

Lucas

 

Stabhochsprung

Hier ist unsere Chance, nochmal Punkte gutzumachen.

Cameron ist bis 2,90m dabei. Da ist Lucas schon 20cm höher als in Püttlingen (2,70m).

Dann 3,00m: Drüber. 3,10m: Drüber. Jetzt ist Lucas schon 40cm höher als in Püttlingen während Aaron noch 40cm zur dortigen Leistungen fehlen.

3.20m: Lucas reißt drei Mal. Aaron windet sich rüber, ist aber dann aber bei der nächsten Höhe auch raus. Lucas 40 cm höher, Aaron 30 cm weniger. Bis jetzt: 10 cm höher als in Püttlingen, das sind 20 Punkte.

Jetzt ist es an Fynn. In Püttlingen unter Wert bei 3,30 m ausgeschieden.

Bis jetzt noch nicht eingestiegen. Aktuelle Punktzahl: Null.

Einstieg bei 3.50m. Wäre schon 20cm mehr als Püttlingen, die müssen aber erst übersprungen werden.

Erster Versuch: Gerissen.

Zweiter Versuch: Gerissen.

Alles hängt am dritten Sprung. Ein Salto Nullo und der Traum ist vorbei.

Adrenalin pur. Bei Fynn, bei den Zuschauern. Und dann……. Drüber. Oh Gott.

Spannung, ja, aber doch nicht sooo spannend!

Und jetzt ist Fynn wach, und springt und springt, bis 3,80m. Neue Bestleistung.

Als Mannschaft 60 cm höher gesprungen, 150 Punkte mehr als Püttlingen.

Jetzt wieder 230 Punkte Vorsprung.

Die Norm wird greifbar.

Warten auf den nächsten Versuch 

 

Speerwurf

Neunte Disziplin: Speerwurf

Alle vier sind sichere Werfer. Die Frage ist nur: Wie weit?

Gepuscht durch den möglichen Erfolg werfen alle sehr weit. Nochmal über 100 Punkte mehr als bei den saarländischen Meisterschaften.

Speerwerferplatz

 

1500m

Jetzt sind die Zahlen klar. 14590 Punkte vor dem abschließenden 1500m Lauf. Fehlen noch 1610 Punkte zur DM Norm.

Das ist möglich. Bei den letzten Wettkämpfen hatten wir immer über 1700 Punkte. Was soll noch schiefgehen? Ein Sturz, ein Muskelkrampf, alles ist möglich.

Also: Vorsprung verwalten, sicher ins Ziel bringen. Gesagt getan: 1777 Punkte zum Abschluss.

In den Einzelwertungen neue Bestleistungen: Fynn 5918 Punkte, Aaron 5667 Punkte, Lucas 4785 Punkte und Cameron 4513 Punkte.

Macht zusammen 16370 Mannschaftspunkte. Das sind 170 Punkte über der geforderten Qualifikationsleistung.

Kienbaum wir kommen! 

 Nach 10 Jahren Vorbereitung auf zur DM nach Kienbaum!