"Heißer" Wettkampf in Schifferstadt 

 

Hei√ü und dr√ľckend - so lassen sich die √§u√üeren Bedingungen am besten zusammenfassen, die am¬†27. Mai 2018¬†in¬†Schifferstadt¬†auf die insgesamt knapp 500 jungen und jung¬†gebliebenen Athleten warten.

 

Ich¬†reise¬†schon am Vortag an und¬†kann¬†mir in aller Ruhe ein Bild von den Gegebenheiten machen. Geschwommen¬†werden 400 m¬†im Hallenbad auf 25m-Bahnen. Die fast v√∂llig flache¬†knapp 20 km lange¬†Radstrecke¬†besteht¬†aus 3 Runden mit jeweils 3 Wendepunkten. Die¬†Laufeinheit f√ľhrt¬†in¬†ebenfalls 3 Runden im Zickzack um den Sportplatz herum.

 

Den Ergebnislisten der Vorjahre¬†konnte¬†ich bereits entnehmen, dass das Starterfeld in meiner Altersklasse¬†mit deutlich √ľber 50 Triathleten sehr stark besetzt¬†sein w√ľrde. Die meisten davon¬†schafften es¬†letztes Jahr¬†in unter¬†75 Minuten.¬†Dies ist die Zeit, die ich f√ľr mich als realistisches Ziel angepeilt habe. Da werde ich mich also eher am hinteren Ende der Ergebnistabelle wiederfinden. Egal, dabei sein ist alles. Und ich¬†gehe¬†mit bisher einem einzigen gefinishten Volkstriathlon ja noch als Anf√§nger durch.

 

Kurz nach der Wettkampfbesprechung finde ich mich mit etwa 30 Athleten in der ersten Startgruppe im Becken wieder. Uwes Tipp folgend spreche ich mich mit meinen Bahnkollegen √ľber¬†die angestrebten Zielzeiten ab. Die einzige Frau auf unserer Bahn plant eine Zeit von 6 bis 7 Minuten, alle anderen √ľber 8, 9 oder 10. So starte¬†ich als zweiter, leider ohne Chance auf etwas Wasserschatten, daf√ľr aber mit ziemlich freier Bahn. Das Schwimmen geht erstaunlich gut. Nach¬†7:52¬†hab ich es geschafft. So schnell war ich noch nie zuvor. Hat sich das harte Training bei Heike doch gelohnt.¬†Entsprechend √ľberrascht bin ich, dass ich als einer der ersten 10 Wettk√§mpfer in Richtung Wechselzone laufe, w√§hrend die meisten anderen noch ihre letzten Runden im Becken absolvieren.¬†

 

Der Wechsel l√§uft recht rund und problemlos.¬†Befl√ľgelt von meiner guten Schwimmzeit starte ich mit viel Druck auf die Pedale in die zweite Disziplin. Nachdem ich auf dem Weg in die Wechselzone bereits einen Mitstreiter √ľberholen konnte, gelingt mir ganz zu Beginn der Radstrecke ein weiteres √úberholman√∂ver. Nat√ľrlich unter Beachtung der Windschattenregeln. Jetzt habe ich erst einmal freie Fahrt. Wie viele Athleten der ersten Startgruppe wohl vor mir sind? Der erste Wendepunkt ist eine ideale M√∂glichkeit, dies festzustellen: 7 Fahrer kommen mir entgegen, bevor ich den Wendepunkt erreiche. Ob ich den ein oder anderen davon noch einholen kann?

 

Bei jedem Wendepunkte sch√§tze ich ab, wie sich der Abstand entwickelt.¬†Ich habe nicht den Eindruck, dass ich die L√ľcke schlie√üen kann. Der Abstand wird eher etwas gr√∂√üer. Nat√ľrlich kann ich nach den Wendepunkten auch beobachten, was sich hinter mir tut. Auch hier klafft eine L√ľcke, die kontinuierlich gr√∂√üer wird. So fahre¬†ich¬†die ersten beiden Runden ziemlich einsam durch die Gegend. Erst in meiner dritten Runde kommen dann die Athleten der zweiten Startgruppe auf die Strecke und ich habe ab und zu die M√∂glichkeit, beim √úberholen einen Hauch von Wettkampffeeling zu erleben.¬†

 

Nach 34:20 Minuten netto und einem Schnitt von knapp 33 km/h erreiche ich die Wechselzone, ohne selbst √ľberholt worden zu sein. Daf√ľr sind meine Beine aber auch schon ziemlich schwer und ich bewege mich bereits deutlich im oberen Pulsbereich. Habe ich¬†√ľberpaced? Der Wechsel funktioniert gut, auch wenn ich versehentlich meine Radbrille in der Wechselzone lasse. Die wollte ich eigentlich aufbehalten, um beim Laufen meine Uhr besser lesen zu k√∂nnen. Aber ich erkenne auch so recht bald, dass ich heute keine Chance habe, eine Pace in Richtung¬†4:35 zu¬†laufen. Darauf¬†hatte ich¬†zuvor¬†ein bisschen gehofft. Immerhin hatte ich den Wechsel vom Radfahren zum Laufen ganz gut trainiert. Aber nach einer Radfahrt unter Wettkampfbedingungen ist das halt doch nochmal was anderes. Au√üerdem fordert¬†jetzt¬†die erbarmungslos dr√ľckende Hitze ihren Tribut.¬†Den ein¬†oder anderen L√§ufer der zweiten Startgruppe kann ich noch einsammeln. Dank einer Endbeschleunigung auf die letzten paar hundert Meter reicht es immerhin noch f√ľr eine Durchschnittspace von 4:44, so dass ich die nicht ganz 5 Laufkilometer in knapp unter 22 Minuten absolviere.¬†

 

Mit einer Gesamtzeit von 1:08:09 bin ich deutlich schneller als erwartet und werde 12. von 60 Startern in der Altersklasse 50-59. Ein äußerst gelungener Auftakt in meine erste richtige Triathlonsaison. So kann es weitergehen.