AUSFLUG ins UNIVERSUM

Mittwoch 22 Juni 2019, 10 Uhr 30: Elf gymnastisch erprobte, freizeitelegante Damen gehobenen Alters¬† stehen am ‚ÄěHauptbahnhof‚Äú Konz. Mittendrin ein Mann, ein Herr, ich, als postjugendliche Hilfe f√ľr eventuelle logistische Engp√§sse. Ein denkbar ung√ľnstiger DB-Fahrplan sorgte f√ľr ein enges Zeitfenster f√ľr das geplante Unterfangen. So sollte besagtes Ich u.a. durch vorauseilendes Besorgen diverser Fahr- und Eintrittskarten f√ľr mehr Gelassenheit bei der Weiblichkeit sorgen.

So harrten wir des Zuges der da kommen sollte und auch, p√ľnktlich!!!, kam. Schnell hatten die Damen gen√ľgend Vierertische requiriert. Auf ging‚Äės im D-Zug-Tempo die Saar entlang, an V√∂lklingen vorbei, nach Saarbr√ľcken, schnurstracks weiter √ľber Kaiserslautern, durch 11 (?) Pf√§lzer-Wald-Tunnel bis Mannheim, Endstation.

Von Gisela (Hertel) vorgeplant und geleitet hatte sich die Breitensportgruppe ‚ÄěRhythmische Gymnastik Damen‚Äú vorgenommen, das Sonnensystem zu erobern. Aber erst waren 500 Meter bis zum ‚ÄěTattersall‚Äú zu bew√§ltigen. Nach 3 ¬Ĺ Stunden Bahnfahrt war Mittagessen im indischen Restaurant angesagt. Leicht exotisch, einfach, gut und nicht zu zeitraubend. Dann, ein Sprung aus dem Lokal, in die n√§chste Stra√üenbahn (6, 6A, 9). Auf ging‚Äôs dem H√∂hepunkt entgegen: Ein eher unauff√§lliges, gedrungenes, pyramidenf√∂rmiges¬† Glasgeb√§ude: Das Planetarium Mannheim. ¬†

Drinnen ein kreisrunder ‚ÄěKinosaal‚Äú mit sechs, sieben konzentrisch angeordneter Sitz-, nein Fauteuil-Reihen. Man konnte sie so sch√∂n nach hinten kippen. √úber uns eine gew√∂lbte Decke im schummerigen D√§mmerlicht. Ideal f√ľr ein Nickerchen. Doch punkt 3 Uhr unterbrach ein intergalaktischer Soundtrack unser D√∂sen, die Kuppel verwandelte sich in einen endlosen Sternenhimmel und mittendrin: Wir. Ein beeindruckendes r√§umliches Gef√ľhl.

Nun ging es, ohne Kollision, im atemberaubenden Tempo quer durch diesen von ‚ÄěMiljiunen‚Äú Lichtpunkten erf√ľllten Weltraum. Allerdings beschr√§nkte sich die Reise mit kurzweiligen Erl√§uterungen ‚Äěnur‚Äú auf unser Sonnensystem. Angefangen beim innersten Planeten, dem Merkur √ľber die Venus, beide lebensfeindlich heiss, an unsrer Erde vorbei zu unserem wandelbaren Begleiter, dem Mond. Unser imagin√§res Raumschiff legte hier einen beeindruckende Anflug und eine sanfte Landung in einem der tiefsten Mondkrater hin. Ein nahtloser √úbergang von einem Blick auf die immer n√§her r√ľckende Mondoberfl√§che zu einem Rundumblick aus besagtem Krater. Eine cineastische Meisterleistung.

Und weiter ging‚Äôs zu unserem erd√§hnlichsten Nachbarn. Hier gab es wohl mal Wasser und Luft. Beides ist, wenn √ľberhaupt, kaum noch vorhanden. Extrem kalt und staubtrocken, aber mit Sandst√ľrmen unvorstellbaren Ausma√ües. Trotz dieser Unwirtlichkeiten gilt er als bester Kandidat f√ľr eine, hoffentlich friedliche, Kolonisation.

Dann galt es eine gro√üe L√ľcke voller gef√§hrlicher Steinbrocken, dem Planetoiden-G√ľrtel, zu √ľberwinden, bevor wir beim Jupiter mit seinem Auge und mindestens 79 Monden, dem gr√∂√üten Planeten unseres Sonnensystems, anlangten. Weiter ging es zum fast so gro√üen Saturn mit seinen ‚Äěhauchd√ľnnen‚Äú Ringscheiben. Jupiter und Saturn sind ‚ÄěGasriesen‚Äú, bestehen haupts√§chlich aus Wasserstoff. Die darauf folgenden kleineren ‚ÄěEisriesen‚Äú Uranus und Neptun bestehen eher aus gefrorenen Gasen. Endpunkt war der Pluto, der am 24. August 2006 zum Zwergplaneten degradiert wurde. ¬†

Nach 50 Minuten optisch-akustischer, aber lehrreicher Überflutung landeten wir sanft in unseren Fauteuils. Das Licht ging an und wir raus. Ein Gruppenfoto vor dem Planetarium und ab in die Straßenbahn. Diese brachte uns kurzentschlossen durch die Haupteinkaufsstraße zum Zentrum  von Mannheim, zum Paradeplatz. Nur wenige Schritte um den nächsten Block und endlich saßen wir wieder, bei Kaffee oder Tee und Kuchen und Torte beisammen.

Kurz nach 18 Uhr sa√üen wir erneut, diesmal im Zug. 3 ¬Ĺ Stunden R√ľckreise bot erneut Gelegenheit zu ausgedehnten Unterhaltungen. N√§chstes Jahr geht es vielleicht noch ein wenig weiter: Nach Schwetzingen ‚Ķ oder Schw√§tzingen? ¬† ¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†

                                                                                                                                                                                                                                                                                               Wolfgang Hertel