SUPPORTER 2019 bei der KULTVERANSTALTUNG CHALLENGE ROTH.

Alles war anders als sonst, kein Teilnehmer, sondern Supporter fĂŒr meinen kleinen Bruder WOLFGANG (Cousin) Er wollte seine erste Langdistanz alleine bewĂ€ltigen, mit mir an seiner Seite. Das Training lief gut fĂŒr Ihn und er war bereit die Herausforderung anzunehmen.

Zur Einstimmung fuhren wir schon Donnerstag in Ruhe nach Roth. Die obligatorische Erdinger-Party in Trachtenkleidung lĂ€utete die heiße Phase ein. Man traf viele bekannte Gesichter und hielt Smalltalk. Ich half noch Roland Jentschura Freitag und Samstag an dem „JENTSCHURA STAND“ die Philosophie der Basischen Produkte fĂŒr StĂ€rkung Reinigung und Regenerierung an Interessierte zu vermitteln bzw. aufzuklĂ€ren. Das hat mir richtig Spaß gemacht und ich habe tolle und wissbegierige Menschen kennengelernt. FĂŒr Wolfgang rĂŒckte der Wettkampf am Sonntag immer nĂ€her. Die NervositĂ€t bei ihm nahm zu und ich versuchte beim FrĂŒhstĂŒck und Mittagessen ihn mit meinen Worten zu stĂ€rken. Nach der Nudelparty am Samstag im Hotel gingen wir frĂŒh schlafen, denn um 03:30 Uhr klingelte der Wecker. In der Zwischenzeit war auch Markus und Monika Stemper aus Hamburg angereist. Er hat dort erfolgreich am Paratriathlon im Sprintbereich teilgenommen und kam mit der Bronzemedaille zurĂŒck. Nach kurzer Nacht und einem kleinen FrĂŒhstĂŒck fuhren Heike, Wolfgang und ich zum Schwimmstart an den Kanal.

Es knisterte im Auto und die Anspannung stieg. Heike fuhr sicher den direkten Weg wie vom Navi vorgegeben an den Parkplatz in der NĂ€he des Starts des großen Spektakels. Es wimmelte nur so von Teilnehmern und ihren Angehörigen und Fans. Bei der BrĂŒcke von wo man das Schwimmen und die Wechselzone toll und live miterleben konnte, standen sie schon in vierer Reihen, so dass es kaum ein Durchkommen gab. Mit Geduld und freundlichen Worten erreichten wir den Wechselplatz unten am Kanal. Jetzt trennten sich Heike und ich von Wolfgang. Wir durften nicht hinein in den abgesperrten Bereich, wo FahrrĂ€der und Wechselbeutel von ĂŒber 3500 Teilnehmer standen bzw. lagen. Ein buntes Bild und Sprachengewirr am frĂŒhen Morgen, richtig aufregend. Wolfgang mittendrinn sich alles einprĂ€gend wie Ablauf und Laufwege vom Schwimmausstieg und zum Rad. Heike und ich standen am Zaun und konnten mit ihm kommunizieren. Ich gab ihm noch ein paar aufmunternde Worte mit und Heike hat ihren Wolfgang abgekĂŒsst, bevor sein großer sportlicher Tag begann. Es ging los, seine Startgruppe wurde aufgerufen. Wolfgangs Ziel fĂŒr die 3800 Meter Strecke im Kanal sollte unter 1:20 Stunde sein. Ich besprach mit Heike, die ja Fotos schießen wollte, wie wir uns beim Schwimmausstieg positionieren, damit sie auch tolle Bilder von ihm schießen konnte. Die Lösung sollte sein, ich stehe am Kanal beim Ausstieg und sie stellt sich an die Gitter beim roten Teppich. So bald ich ihn sehe brĂŒlle ich laut. Bei den vielen Teilnehmern war das richtig spannend zu mal durch die NeoprenanzĂŒge alle gleich aussahen. Ich hatte schon einen steifen Hals vom Starren, dann endlich entdeckte ich ihn. Ich brĂŒllte laut Wolli, Wolli! Das war das Startzeichen fĂŒr Heike und ihren Fotoapparat. Er zeigte die geballte Faust auf dem roten Teppich und verschwand mit dem Wechselbeutel im Zelt. Die Uhren zeigten 1:16:03 Stunden, unter der Zeitvorgabe von 1:20 Stunden, großartig. Jetzt schritten wir Beide ca. 200 Meter weiter um ihn auf die Radstrecke zu verabschieden. Ich passte wieder auf und Heike war schussbereit. Das war diesmal etwas leichter, denn unsere neue Teamkleidung war von weitem gut zu erkennen. Die Faust war wieder oben und das Grinsen in seinem Gesicht. Er war bereit die 180 km mit seinem neuen Triathlon Rad in Angriff zu nehmen. Wir hatten jetzt Zeit und pilgerten zum Solarer Berg, wo wir uns unten auf der linken Seite positionieren wollten. Wolfgang wusste Bescheid! Um uns viele gut gelaunte Menschen die es uns gleichtaten und zu Fuß oder mit dem Rad dort hinbegaben. Die Uhr immer im Auge behalten war unsere Devise. Wir hatten noch Zeit uns gemĂŒtlich in einem CafĂ© bei Kaffee und Kuchen zu stĂ€rken. Unsere NervositĂ€t nahm mit Vorschreiten der Uhr immer mehr zu und wir waren bereit unseren radelnden Triathleten Wolli wĂŒrdig am Solarer Berg zu empfangen. Um einen guten einsehenden Platz zu ergattern mussten wir die Ellenbogen ausbreiten. Als eingespieltes Team gelang uns das und das Warten begann. Immer den Blick nach rechts gewandt, wann kommt er um die Kurve? Dann sahen wir ihn, wir brĂŒllten laut im Chor:“ Wolli, du siehst gut aus, weiter so, du schaffst das“. Er zeigte wieder seine Faust und lĂ€chelte uns zu. Heike betĂ€tigte den Fotoapparat und konnte viele tolle Bilder machen. Er war schnell vorbei und wir nickten voller Zuversicht. Jetzt begaben wir uns wieder Richtung Schwimmstart zum Parkplatz. Dabei fiel mir und Heike auf das wir viele Triathleten die uns durch besondere Merkmale und Aussehen aufgefallen waren wieder Richtung Heuberg begegneten. Wir blieben stehen und guckten uns an, hier muss doch Wollig gleich wieder durchkommen war unser Fazit. So war es, ich sah ihn und schrie lautstark:“Sauwer Jung, saustark“. Er streckte wieder seine Faust nach oben und zeigte sein breites Grinsen. Ein Zeichen fĂŒr uns das es ihm noch gut ging. So konnten wir beruhigt zum Auto gehen und damit nach Roth zur Wechselzone Rad/Laufen fahren. Hier stellten wir uns direkt unter die AutobahnbrĂŒcke mit Blick Eingang Rad, Ausgang Laufen. Jetzt hieß es wieder warten und aufpassen. Die Gedanken, wann kommt er, wie geht es ihm, wie fĂŒhlt er sich, was sagt der Körper? Zwischendurch mal Dehnen und ein wenig auf und ab gehen. GesprĂ€che mit Gleichgesinnten fĂŒhren und natĂŒrlich die Triathleten anfeuern. Langweilig wurde es nicht. Dann endlich sahen Heike und ich ihn von seinem Rad absteigend in die Wechselzone laufend. Wir klatschten uns ab, er hat den Rad Part erfolgreich geschafft. Dann kam er aus der Wechselzone. Wir brĂŒllten im Chor:“ Wolli, Wolli“. Er nahm uns wahr und kam zu uns gelaufen. Er sah nach 2/3 Arbeit schon etwas gezeichnet aus. Er drĂŒckte Heike und mich und sagte: „Ich habe dicke Beine und die Waden schmerzen, aber ich schaffe es“. Wir bestĂ€rkten ihn natĂŒrlich in der Aussage und klatschten ihn ab und schickten in auf die Marathonreise. Ich schaute ihm noch in die Augen und sagte:“Wolli, das wird heute dein Tag, mach es, du kannst es“. Dann reihte er sich in die LĂ€uferschar ein und bewegte sich langsam vorwĂ€rts. Lange 42,195 km lagen vor ihm. Heike und ich schauten uns an, ich nickte und sagte: „Er rockt das Ding“. Wir gingen jetzt an der Laufstrecke entlang Richtung Innenstadt. Immer wieder klatschend, anfeuernd und aufmunternd der gehenden und laufenden Triathleten. Wolli haben wir irgendwie verpasst. Ich sagte zu Heike nachdem wir einige Kilometer gegangen sind ich gehe jetzt zurĂŒck zur Innenstadt und dann Entgegengesetzt der Laufrichtung, dann werde ich ihn ja irgendwo sehen und kann ihn dann begleiten. Sie war erleichtert und einverstanden. Ich marschierte los immer den Blick nach vorne gerichtet um Wolli nicht zu verpassen. Irgendwann stellte ich mich auf eine Mauer um einen weiten Blick nach vorne zu haben. Endlich entdeckte ich ihn in einiger Entfernung. Ich lief im entgegen und sah ihn gehend auf mich zu kommen. „Was ist los, wie geht es dir“: war meine erste Frage. „Beine sind zu, ich muss gehen „erhielt ich zur Antwort, aber die Sollzeit bei 30 km schaffe ich. Sollen wir langsam laufen oder schnell gehen, bot ich ihm an. Er suchte sich langsam gehen aus. So erreichten wir die 30 km in der Sollzeit und da stand auch Heike. Erleichtert und ÜberglĂŒcklich umarmte sie ihren Wolli. Jetzt noch 12 km bis ins Ziel. Das sind doch Peanuts, gab ich ihm mit auf den Rest weg! In der Zwischenzeit war auch Markus zu uns gestoßen. Es wurde dunkel und Wolli kam und kam nicht. Markus sagte er mĂŒsste doch lĂ€ngst da sein. „Mach doch Land und Leute nicht verrĂŒckt“: war meine Antwort, er wird noch rechtzeitig kommen. Heike war in der Zwischenzeit ins Stadion auf die TribĂŒne zu Monika gegangen umso noch einige Fotos zu schießen. Dann endlich der wandernde Wolfgang kommt auf uns zu. Er lacht vor Freude und Schmerzen. Er zeigt die Faust und zeigt ein leichtes grinsen. Wir sprechen uns ab, gehen bis zum KM 41, dann Laufschritt nebeneinander. Wie von einer Tarantel gestochen liefen wir im 5er Schnitt den Rest ins Ziel. Besonders auf dem roten Teppich im Stadion flogen wir wieder an vielen Finishern vorbei und winkend mit erhobenen HĂ€nden Ende GelĂ€nde, geschafft im ZIEL nach 226 km. Wir umarmten uns und Wolli erhielt vom Sieger Andy Dreitz seine verdiente Medaille. Wir jubelten Heike und Monika auf der TribĂŒne zu und gingen ins Zelt. Hier durfte sich der neue Eisenmann setzen und ich ging 2 Glas Erdinger holen. Damit wurde auf den großartigen anstrengenden Tag mit einem glĂŒcklichen, verdienten Ende angestoßen.

Finisher und Supporter haben Bestnoten verdient. Ein langer Tag mit einem Ergebnis das Kraft fĂŒr neue Herausforderungen freisetzt. Neues ist schon geplant, lasst euch ĂŒberraschen!!!

Uwe Lellinger