Alles eine Frage der Perspektive

Bericht vom 13. X-Duathlon im Weißhauswald

Es gibt Menschen, die finden immer ein Haar in der Suppe. F√ľr die ist das Glas immer halb leer. Auch und gerade wenn es um die eigene Leistung geht. Auch im Sport. "Es hat schon wieder nicht f√ľrs Treppchen gereicht." - "Das 2 Stunden-Ziel klar verfehlt." - "Die vermatschte Strecke hat mir die Bestzeit verhagelt."

Dabei ist doch alles immer eine Frage der Perspektive.

Und deshalb berichte ich hier √ľber all die positiven Aspekte meines ersten Duathlons. Ein Cross Duathlon direkt vor der Haust√ľr im Trierer Wei√ühauswaldes mit integrierten Rheinland-Pfalz Meisterschaften.

Zuallererst: Ich habe es geschafft. Ich habe meinen ersten Cross-Duathlon gefinisht und ich bin unfallfrei durchgekommen. Und ich war tatsächlich nicht der Letzte im Ziel beim Cross der Asse. 

Nat√ľrlich k√∂nnte ich jetzt sagen: "Ich bin im letzten Viertel auf der Ergebnisliste gelandet. Nur ein gutes Dutzend waren hinter mir oder kamen nicht ins Ziel." Aber klingt es nicht besser zu sagen: "Ich bin Zweiter in meiner Altersklasse geworden."?

Auch was das Wetter anbelangt, kann sich niemand beklagen. Es blieb während es gesamten Wettkampfs trocken. Zumindest von oben.

Es ist letztlich alles eine Frage der Perspektive.

Aber von Anfang an:

Voller Respekt vor all den Assen habe ich mich bei der Startaufstellung ganz hinten eingereiht. Zun√§chst waren 2 Laufrunden √† 2,5 km zu bew√§ltigen. Die Strecke war √ľberwiegend flach, aber zum Ende der Runde ging es dann die laaaaange Treppe hoch.

Miriam auf der ber√ľchtigten Treppe; Foto: Holger Teusch

Danach war kaum Zeit, den Puls wieder auf Normalma√ü zu bringen, denn die n√§chste Rampe wartete, bevor es ein St√ľck durchs Waldstadion auf die zweite Runde ging. Da ich ja ganz hinten gestartet war, konnte ich zwei H√§nde voll Athleten √ľberholen. Insgesamt habe ich mich jedoch von Anfang an ziemlich zur√ľckgehalten. Zu gro√ü war mein Respekt vor den folgenden 800 H√∂henmetern auf dem Mountainbike. Und das war auch gut so. Denn die gesparten K√∂rner brauchte ich noch.

Der Wechsel lief reibungslos. Aufgrund der Streckenverh√§ltnisse hatte ich wohlweislich meine Klickis gegen normale, genoppte Pedale eingetauscht, so dass ich ohne Schuhwechsel schnell wieder auf der Strecke war. Ziemlich au√üer Atem machte ich mich auf den Weg zum ersten Anstieg. Ich glaube, die erste Radrunde war die anstrengendste f√ľr mich. Wahrscheinlich weil ich nach dem Laufen doch eine Weile brauchte, bis mein Puls und mein K√∂rper den richtigen Rhythmus gefunden hatten.

Trotzdem kam ich den gesamten Anstieg problemlos hoch. Auch an der Stelle, an der ich bei meiner Testfahrt vor 2 Wochen jedes Mal absteigen und schieben musste. Wenn ich diese ziemlich unebene Steigung gemeistert hatte, w√ľrde ich auch den Rest hochkommen. Und nach weiteren 150 H√∂henmetern war ich dann auch bereits am h√∂chsten Punkt, am Kockelsberg, angelangt.

Jetzt folgte meine Angstpassage: Eine leicht abfallende Strecke mit mehreren Stellen voller Matsch und teilweise tiefen Spurrillen. Ich war dankbar, dass da schon viele Biker vor mir durchgefahren waren. Dadurch gab es zumindest eine Art Ideallinie, die schon etwas breiter ausgefahren war. So schaffte ich es ohne größere Probleme. Ich glaube auf der 3. Runde habe ich es sogar geschafft, ohne ein einziges Mal steckenzubleiben.

Beweisfoto: Ich war dabei :-)

Beweisfoto: Ich war dabei :-)

Dann kam der schnelle Teil der Abfahrt bis ganz runter ins Tal. Hier waren die Streckenverh√§ltnisse fast ideal und ich konnte es laufen lassen, auch wenn ich hier bereits von Jens Roth, dem sp√§teren Sieger, √ľberholt wurde.¬† Das letzte St√ľck zum Stadion war nochmal etwas kraftraubend, aber die erste Runde war geschafft.



Letzte Rampe: Auch f√ľr Wolli kein Problem; Foto: Heike Lellinger

Ab der zweiten Runde wurde ich dann von vielen weiteren schnellen Assen √ľberrundet. Unglaublich, mit welchem Tempo diese Athleten bergauf unterwegs sind. Auch Stefan und R√ľdiger zogen an mir vorbei. Pfeilschnell.

Ich teilte mir meine Kr√§fte gut ein. Ich achtete auf meinen Puls und fuhr gleichm√§√üig die Steigungen hoch. Zu Beginn der vierten Runde g√∂nnte ich mir ein Gel. Keine Ahnung, ob ich es tats√§chlich gebraucht h√§tte, aber es gab mir das Gef√ľhl, auch den letzten Anstieg problemlos zu schaffen. Immerhin folgte ja noch eine letzte Laufrunde.

Diese letzte Laufeinheit √ľber 2,5 km absolvierte ich einigerma√üen locker und nicht viel langsamer als die ersten beiden Laufrunden zu Beginn. Noch ein kleiner Endspurt durchs Stadion. Mit der abzufallen drohenden und ziemlich l√§dierten Startnummer in meinen H√§nden √ľberquerte ich stolz die Ziellinie und finishte meinen ersten Cross Duathlon in 2:09:28,5.



Endspurt, Foto: Josef Fettes

Hier die Zeitsplits aller "Konzer" Teilnehmer am Cross der Asse (5km/23,2km/2,5km):

 

Stefan Fettes:         1:31:52,0 (18:25,8/1:03:38,08/9:47,3)

R√ľdiger Birk:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† 1:39:57,0 (19:43,6/1:09:16,5/10:56,8)

Matthias Keller:      2:09:28,5 (23:44,8/1:33:11,8/12:31,7)

Miriam Engel:          2:16:04,2 (22:19,1/1:40:40,8/13:04,2)

 

Beim Volkstriathlon √ľber die Kurzdistanz (2,5km/11,6km/2,5km) waren 2 Konzer am Start:

Andrea Bruckmann: 1:09:58,4 (11:56,9/45:48,3/12:13,2)

Wolfgang Lellinger:  1:21:49,8 (14:34,7/51:36,8/15:38,3)

 

Nicht zuletzt dank der lautstarken Unterst√ľtzung und des Anfeuerns durch Uwe, Hendrik und Andrea war dies insgesamt ein sehr erfolgreiches Wettkampf-Wochenende f√ľr die Athleten der TG Konz. Vor allem was die Rheinland-Pfalz Meisterschaften anbelangt

Stefan und Jens, zwei wahre Rheinland-Pfalz Champion                                                       3 Altersklassen Rheinland-Pfalz Cross Duathlon Vizemeister; Foto Hana Kolarova


Neben Stefan, der nicht nur den 2. Platz in der AK3, sondern auch den 3. Platz gesamt belegte und R√ľdiger, der in der Altersklasse Sen3 ebenfalls auf Platz 2 landete, darf auch ich mich in der Altersklasse Sen4 Rheinland-Pfalz Vizemeister nennen. Ich verrate auch nicht, wie viele Athleten in meiner Altersklasse am Start waren.

Es ist alles halt eine Frage der Perspektive. :-)

Matthias Keller