KONZER MARATHONIS in BERLIN durch WEST und OST

 

Lange ist es her. Am 30.September 1990- drei Tage vor der Wiedervereinigung- gab es schon die sportliche Wiedervereinigung auf den Stra√üen Berlins, als der BERLIN-MARATHON zum ersten mal¬† seit 28 Jahren seine Laufstrecke durch das Brandenburger Tor von WEST nach OST und √ľber den Potsdamer Platz zur√ľck in den Westteil Berlins legen konnte.

Dieser 17. BERLIN-MARATHON am 30.09.1990 war mit seiner Rekordbeteiligung von 25000 Läuferinnen und Läufern aus aller Welt ein sportpolitisches Medienereignis.

Mittendrin ein Marathonteam von der TG Konz. Die Truppe hatte sich akribisch auf dieses Ereignis vorbereitet und wollte sich so teuer wie möglich verkaufen.

Mit dem VW-Bus der Stadt Konz machten wir uns auf den Weg nach Berlin. Es lief gut bis circa 100 km vor Berlin unsere Frontscheibe platzte und in tausend Einzelteile zerlegte. Auf einem Parkplatz schlugen wir die Scheibe raus, vermummten uns zum Schutz gegen den Fahrtwind und fuhren weiter. Von jetzt an ging es nat√ľrlich langsamer voran und die zwei Frontpl√§tze besetzt mit Fahrer Uwe Lellinger und Beifahrer Horst-Detlev Dern waren nicht hei√ü begehrt. Aber Jammern n√ľtzte nichts wir wollten ja nach Berlin. Die auf den hinteren Pl√§tzen machten sich klein und die Heizung lief auf vollen Touren. Unterwegs wurden wir auch von der Polizei kontrolliert, denn es war f√ľr das Wochenende Randale in Berlin angek√ľndigt. Wir zeigten nur unsere nicht vorhandene Scheibe und wechselten ein paar Worte mit den Polizisten. Sie lachten und wir durften weiterfahren. So erreichten wir Berlin und begaben uns zur Ausgabestelle der Marathonunterlagen. Von da ging es nach Ostberlin in den Stadtteil Hohen Neuendorf. Hier waren wir in einem Art Kinderheim untergebracht. Kinder von sieben bis siebzehn, meist aus kaputten Ehen. Unwahrscheinlich nett, ein gemeinsames Fr√ľhst√ľck am n√§chsten morgen war ein Erlebnis. Doch wie sind sie untergebracht? M√§ngel wo hin man schaut, W√§nde, Decken, T√ľren, Toiletten, Waschr√§ume, wohin man blickt, Flickenschusterei. Eine andere kaputte Welt. Das Ganze war eine Bruchbude genauso wie Ostdeutschland. Sch√∂n das wir das noch live gesehen haben.

Samstagmorgen zu Zweit unterwegs um eine neue Scheibe zu bekommen. Nach vielen Anl√§ufen und KM in der gro√üen Stadt fanden wir den VW-Notdienst und die neue Scheibe konnte eingebaut werden. Die R√ľckfahrt war gerettet. Am sp√§ten Nachmittag, Nudelparty im Sommergarten zwischen Messegel√§nde und Funkturm. Der Garten wie ein gro√ües Amphitheater, Rasen, Blumen, dazu Sonnenschein. √úberall Nudelst√§nde, dazu Malzbier.

Nochmals ordentlich Kohlenhydrate auff√ľllen, wir werden sie f√ľr den Sonntag gebrauchen k√∂nnen. Flotte Musik, prominente L√§ufer werden vorgestellt, man sitzt, liegt auf dem Rasen, flaniert, trifft Bekannte aus der ‚ÄěSzene‚Äú. Zur selben Zeit dr√§ngen die Menschen zur letzten Vorstellung des Moskauer Staatszirkus, feiern die Berliner auf bayrisch Oktoberfest. Bei Aldi und den Gro√ühandlungen der Unterhaltungselektronik atmet das Personal auf. Der Tag der Polen ist vorbei. Schon vormittags hatten wir uns gewundert. Wohin man schaute, polnische Fahrzeuge. Wollten die alle Marathon laufen?

Doch dann erfahren wir, dass mit dem Tag der Deutschen Einheit f√ľr die Polen Visumspflicht bestehen w√ľrde So lautete wohl deren Motto: ‚ÄěAuf nach Berlin, noch gilt es!‚Äú Riesige Schlangen vor Aldi, stundenlanges Warten. Vor den Elektrohandlungen fuhren die LKW mit Fernsehern, Videoger√§ten und anderen Artikeln vor. In Kisten verpackt von den Wagen runter, gleich in die hoffnungslos √ľberladenen Wagen der Polen hinein, dazwischen schnell zahlen. Das Schn√§ppchenherz lacht!

Sonntag, kurz vor neun Uhr, auf der Stra√üe des 17.Juni. 25000 Frauen und M√§nner warten auf den Startschuss. Dieser Marathon, den es so nie mehr geben wird, erstmals gesamtdeutsch, die Wiedervereinigung gewisserma√üen vorwegnehmend, verbreitet eine knisternde Spannung. B√ľrgermeister Ost und B√ľrgermeister West begr√ľ√üen die Marathoni. Drei Kilometer hinter der Startlinie das Brandenburger Tor. Mit erhobenen F√§usten wird es von der Meute durchlaufen. Dann zun√§chst etwa 10 Kilometer durch den √∂stlichen Teil der Stadt. Relativ wenig Zuschauer, eine Gruppe von Volkspolizisten spendete herzlichen Beifall, ansonsten agieren die Zuschauer √§ngstlich und zur√ľckhaltend, Vielleicht haben die Ostberliner jetzt andere Sorgen. Wie sollen sie pl√∂tzlich in aller √Ėffentlichkeit impulsiv reagieren, spontan ihren Gef√ľhlen freien Lauf lassen? So etwas konnte in der Vergangenheit der schnellste Weg zur Stasi sein. Den Mund halten, sich abschotten, nur nicht auffallen. Das geh√∂rte zur √úberlebensstrategie der meisten.

Wie anders dagegen in Kreuzberg, dem Stimmungsspitzenreiter des Berlin-Marathons. Einmalig die Begeisterung, die Spontanit√§t in diesem Stadtteil. Da laufen die L√§ufer nicht, da wird geflogen. Deutsche und T√ľrken freundlich vereint und wie beim New-York-Marathon stehen die Kinder am Stra√üenrand, halten ihre H√§nde hin, wollen von den L√§ufern abgeklatscht werden.

So ging es im Sauseschritt √ľber die Marathonstrecke bis ins Ziel auf H√∂he der Ged√§chniskirche. Die ganze Marathon-Truppe lieferte eine fantastische Leistung ab. Vorweg die drei Schnellsten Rainer Schr√∂der 80 im Gesamtklassement in 2:28:01 Stunden. Damit gewann er die AK 45. Danach unser Urgestein Wilfried Hermesdorf als Gesamt-118 in 2:29:43 Stunden und Andreas Kilian in 2:32::18 Stunden als 160. Alle drei mit neuen Bestzeiten. Das bedeutete neuer Bezirksrekord in 7:30:02 Stunden und Platz 8 Gesamtrang der Mannschaften in Berlin. Neue pers√∂nliche Bestzeiten lieferten aber auch Wilfried Nohl in 2:48:18 und Uwe Lellinger in 2:48:54 ab. Drei L√§ufer der TG Konz hatten Marathonpremiere: Dieter Hens 3:35:09, Rudolf Lutz 4:23:36 und unsere weibliche Begleitung Marlies Frick in 4:53:06. Marlies kann also neben ihren vielen sonstigen sportlichen Aktivit√§ten auch Marathon laufen. Ein Jubil√§um feierte schlie√ülich der Senior des Teams, Horst-Detlev Dern (M60), der die 42,195 Kilometer in 3:25:34 bew√§ltigte, damit das dritte Mal in Berlin lief und seinen zehnten Marathon erfolgreich durchstand.

So gab es am Abend viel zu feiern bevor es am n√§chsten Tag zur√ľck in die Heimat ging. Montags auf der R√ľckreise, √úberqueren die ehemalige Grenzanlage der DDR. Die Abfertigungsanlagen stehen verlassen herum, wie Fossilien einer schon lange zur√ľckliegenden dunkeln Vergangenheit. Wir blicken zur√ľck auf ein Sportereignis, das durch die politische Entwicklung eine ganz besondere Note bekommen hatte, den Berlin- Marathon 1990.

Horst-Detlev Dern und Rainer Schröder haben in der Zwischenzeit unsere Welt verlassen und schauen vielleicht auf uns herab. Der Rest der Truppe ist weiterhin mehr oder weniger sportlich aktiv und freut sich des Lebens.

 

Uwe Lellinger                                                                Kanzem 22.10.2020

‚Äě√úBERFLUSS f√ľhrt zum UNGL√úCK‚Äú

 

Liebes TRI-Team, liebe Leser,

 

√úber Jahrtausende haben sich Menschen als J√§ger und Sammler ern√§hrt. Sie lebten von dem, was sie in der Natur ergattern konnten. Genuss setzte hohe k√∂rperliche Anstrengungen voraus. F√ľr Hungerzeiten speicherte der K√∂rper Fett als Energiereserve.

Das war im damaligen Kampf ums √úberleben sinnvoll. Heute dagegen m√ľssen wir nur in den Supermarkt gehen, wo mehr angeboten wird, als wir essen k√∂nnen.

Aber kann unser K√∂rper diese Wohlstandsf√ľlle verkraften, nachdem er im Laufe der Evolution lernen musste, vor allem mit der Not auszukommen? L√§ngst wissen wir, dass √úberfluss mehr belastet als Einschr√§nkung. Und tats√§chlich g√∂nnen wir uns mehr, als unser K√∂rper verbraucht.

Weil wir uns zu wenig bewegen, zu viel, zu fett oder zu s√ľ√ü essen, leiden immer mehr Menschen an Zivilisationskrankheiten. Etwa eine Million Kinder in Deutschland sind krankhaft √ľbergewichtig. Die Zuckerkrankheit, der Diabetes mellitus, ist zur Volkskrankheit weltweit geworden. 20 Millionen Deutsche leiden an Bluthochdruck, meist als Folge des √úbergewichts. Die H√§lfte aller Herzinfarkte und zwei Drittel aller Schlaganf√§lle sind darauf zur√ľckzuf√ľhren. Die fr√ľhzeitige Verschlei√üerkrankungen des R√ľckens und der Gelenke aber auch die erschreckende Zahl von psychischen Erkrankungen sind eine weitere Folge des ‚Äěguten Lebens‚Äú.

Was uns fehlt ist ein Ausgewogenes Verhältnis von Anstrengung und Ernährung. Eigentlich ist unser Körper ausgelegt auf die tägliche Marathonstrecke. Ausruhen muss er weniger, als wir glauben.

Aber mit dem Verzicht auf Genuss ist ihm ebenso wenig geholfen. Wer sich auf Di√§ten versteift, wird griesgr√§mig oder gar geschw√§cht. Um das zu vermeiden, sollten wir an unsere Vorfahren denken: nur wer sich gen√ľgend bewegt, hat das Zeug zum gesunden Genie√üer.

Essen ist eine der gr√∂√üten Lebensfreuden und tr√§gt dazu bei, dass wir wachsen, den Stoffwechsel anfeuern, Zellen erneuern und das wir denken, f√ľhlen und lachen k√∂nnen.

Wir sollten uns dieses Gl√ľck nicht durch Verf√ľhrung zu bewegungsarmer Bequemlichkeit verderben lassen.

Ausdauersport wie wir Triathleten ihn betreiben kann hier entgegenwirken.

Ich w√ľnsche euch eine friedvolle, besinnliche Zeit, Momente der inneren Ruhe und des inneren Gl√ľcks und ein gesundes, frohes neues Jahr 2021.

 

Uwe Lellinger                                                                        Dezember 2020

SUPPORTER 2019 bei der KULTVERANSTALTUNG CHALLENGE ROTH.

 

Alles war anders als sonst, kein Teilnehmer, sondern Supporter f√ľr meinen kleinen Bruder WOLFGANG (Cousin) Er wollte seine erste Langdistanz alleine bew√§ltigen, mit mir an seiner Seite. Das Training lief gut f√ľr Ihn und er war bereit die Herausforderung anzunehmen.

Zur Einstimmung fuhren wir schon Donnerstag in Ruhe nach Roth. Die obligatorische Erdinger-Party in Trachtenkleidung l√§utete die hei√üe Phase ein. Man traf viele bekannte Gesichter und hielt Smalltalk. Ich half noch Roland Jentschura Freitag und Samstag an dem ‚ÄěJENTSCHURA STAND‚Äú die Philosophie der Basischen Produkte f√ľr St√§rkung Reinigung und Regenerierung an Interessierte zu vermitteln bzw. aufzukl√§ren. Das hat mir richtig Spa√ü gemacht und ich habe tolle und wissbegierige Menschen kennengelernt. F√ľr Wolfgang r√ľckte der Wettkampf am Sonntag immer n√§her. Die Nervosit√§t bei ihm nahm zu und ich versuchte beim Fr√ľhst√ľck und Mittagessen ihn mit meinen Worten zu st√§rken. Nach der Nudelparty am Samstag im Hotel gingen wir fr√ľh schlafen, denn um 03:30 Uhr klingelte der Wecker. In der Zwischenzeit war auch Markus und Monika Stemper aus Hamburg angereist. Er hat dort erfolgreich am Paratriathlon im Sprintbereich teilgenommen und kam mit der Bronzemedaille zur√ľck. Nach kurzer Nacht und einem kleinen Fr√ľhst√ľck fuhren Heike, Wolfgang und ich zum Schwimmstart an den Kanal.

Es knisterte im Auto und die Anspannung stieg. Heike fuhr sicher den direkten Weg wie vom Navi vorgegeben an den Parkplatz in der N√§he des Starts des gro√üen Spektakels. Es wimmelte nur so von Teilnehmern und ihren Angeh√∂rigen und Fans. Bei der Br√ľcke von wo man das Schwimmen und die Wechselzone toll und live miterleben konnte, standen sie schon in vierer Reihen, so dass es kaum ein Durchkommen gab. Mit Geduld und freundlichen Worten erreichten wir den Wechselplatz unten am Kanal. Jetzt trennten sich Heike und ich von Wolfgang. Wir durften nicht hinein in den abgesperrten Bereich, wo Fahrr√§der und Wechselbeutel von √ľber 3500 Teilnehmer standen bzw. lagen. Ein buntes Bild und Sprachengewirr am fr√ľhen Morgen, richtig aufregend. Wolfgang mittendrinn sich alles einpr√§gend wie Ablauf und Laufwege vom Schwimmausstieg und zum Rad. Heike und ich standen am Zaun und konnten mit ihm kommunizieren. Ich gab ihm noch ein paar aufmunternde Worte mit und Heike hat ihren Wolfgang abgek√ľsst, bevor sein gro√üer sportlicher Tag begann. Es ging los, seine Startgruppe wurde aufgerufen. Wolfgangs Ziel f√ľr die 3800 Meter Strecke im Kanal sollte unter 1:20 Stunde sein. Ich besprach mit Heike, die ja Fotos schie√üen wollte, wie wir uns beim Schwimmausstieg positionieren, damit sie auch tolle Bilder von ihm schie√üen konnte. Die L√∂sung sollte sein, ich stehe am Kanal beim Ausstieg und sie stellt sich an die Gitter beim roten Teppich. So bald ich ihn sehe br√ľlle ich laut. Bei den vielen Teilnehmern war das richtig spannend zu mal durch die Neoprenanz√ľge alle gleich aussahen. Ich hatte schon einen steifen Hals vom Starren, dann endlich entdeckte ich ihn. Ich br√ľllte laut Wolli, Wolli! Das war das Startzeichen f√ľr Heike und ihren Fotoapparat. Er zeigte die geballte Faust auf dem roten Teppich und verschwand mit dem Wechselbeutel im Zelt. Die Uhren zeigten 1:16:03 Stunden, unter der Zeitvorgabe von 1:20 Stunden, gro√üartig. Jetzt schritten wir Beide ca. 200 Meter weiter um ihn auf die Radstrecke zu verabschieden. Ich passte wieder auf und Heike war schussbereit. Das war diesmal etwas leichter, denn unsere neue Teamkleidung war von weitem gut zu erkennen. Die Faust war wieder oben und das Grinsen in seinem Gesicht. Er war bereit die 180 km mit seinem neuen Triathlon Rad in Angriff zu nehmen. Wir hatten jetzt Zeit und pilgerten zum Solarer Berg, wo wir uns unten auf der linken Seite positionieren wollten. Wolfgang wusste Bescheid! Um uns viele gut gelaunte Menschen die es uns gleichtaten und zu Fu√ü oder mit dem Rad dort hinbegaben. Die Uhr immer im Auge behalten war unsere Devise. Wir hatten noch Zeit uns gem√ľtlich in einem Caf√© bei Kaffee und Kuchen zu st√§rken. Unsere Nervosit√§t nahm mit Vorschreiten der Uhr immer mehr zu und wir waren bereit unseren radelnden Triathleten Wolli w√ľrdig am Solarer Berg zu empfangen. Um einen guten einsehenden Platz zu ergattern mussten wir die Ellenbogen ausbreiten. Als eingespieltes Team gelang uns das und das Warten begann. Immer den Blick nach rechts gewandt, wann kommt er um die Kurve? Dann sahen wir ihn, wir br√ľllten laut im Chor:‚Äú Wolli, du siehst gut aus, weiter so, du schaffst das‚Äú. Er zeigte wieder seine Faust und l√§chelte uns zu. Heike bet√§tigte den Fotoapparat und konnte viele tolle Bilder machen. Er war schnell vorbei und wir nickten voller Zuversicht. Jetzt begaben wir uns wieder Richtung Schwimmstart zum Parkplatz. Dabei fiel mir und Heike auf das wir viele Triathleten die uns durch besondere Merkmale und Aussehen aufgefallen waren wieder Richtung Heuberg begegneten. Wir blieben stehen und guckten uns an, hier muss doch Wollig gleich wieder durchkommen war unser Fazit. So war es, ich sah ihn und schrie lautstark:‚ÄúSauwer Jung, saustark‚Äú. Er streckte wieder seine Faust nach oben und zeigte sein breites Grinsen. Ein Zeichen f√ľr uns das es ihm noch gut ging. So konnten wir beruhigt zum Auto gehen und damit nach Roth zur Wechselzone Rad/Laufen fahren. Hier stellten wir uns direkt unter die Autobahnbr√ľcke mit Blick Eingang Rad, Ausgang Laufen. Jetzt hie√ü es wieder warten und aufpassen. Die Gedanken, wann kommt er, wie geht es ihm, wie f√ľhlt er sich, was sagt der K√∂rper? Zwischendurch mal Dehnen und ein wenig auf und ab gehen. Gespr√§che mit Gleichgesinnten f√ľhren und nat√ľrlich die Triathleten anfeuern. Langweilig wurde es nicht. Dann endlich sahen Heike und ich ihn von seinem Rad absteigend in die Wechselzone laufend. Wir klatschten uns ab, er hat den Rad Part erfolgreich geschafft. Dann kam er aus der Wechselzone. Wir br√ľllten im Chor:‚Äú Wolli, Wolli‚Äú. Er nahm uns wahr und kam zu uns gelaufen. Er sah nach 2/3 Arbeit schon etwas gezeichnet aus. Er dr√ľckte Heike und mich und sagte: ‚ÄěIch habe dicke Beine und die Waden schmerzen, aber ich schaffe es‚Äú. Wir best√§rkten ihn nat√ľrlich in der Aussage und klatschten ihn ab und schickten in auf die Marathonreise. Ich schaute ihm noch in die Augen und sagte:‚ÄúWolli, das wird heute dein Tag, mach es, du kannst es‚Äú. Dann reihte er sich in die L√§uferschar ein und bewegte sich langsam vorw√§rts. Lange 42,195 km lagen vor ihm. Heike und ich schauten uns an, ich nickte und sagte: ‚ÄěEr rockt das Ding‚Äú. Wir gingen jetzt an der Laufstrecke entlang Richtung Innenstadt. Immer wieder klatschend, anfeuernd und aufmunternd der gehenden und laufenden Triathleten. Wolli haben wir irgendwie verpasst. Ich sagte zu Heike nachdem wir einige Kilometer gegangen sind ich gehe jetzt zur√ľck zur Innenstadt und dann Entgegengesetzt der Laufrichtung, dann werde ich ihn ja irgendwo sehen und kann ihn dann begleiten. Sie war erleichtert und einverstanden. Ich marschierte los immer den Blick nach vorne gerichtet um Wolli nicht zu verpassen. Irgendwann stellte ich mich auf eine Mauer um einen weiten Blick nach vorne zu haben. Endlich entdeckte ich ihn in einiger Entfernung. Ich lief im entgegen und sah ihn gehend auf mich zu kommen. ‚ÄěWas ist los, wie geht es dir‚Äú: war meine erste Frage. ‚ÄěBeine sind zu, ich muss gehen ‚Äěerhielt ich zur Antwort, aber die Sollzeit bei 30 km schaffe ich. Sollen wir langsam laufen oder schnell gehen, bot ich ihm an. Er suchte sich langsam gehen aus. So erreichten wir die 30 km in der Sollzeit und da stand auch Heike. Erleichtert und √úbergl√ľcklich umarmte sie ihren Wolli. Jetzt noch 12 km bis ins Ziel. Das sind doch Peanuts, gab ich ihm mit auf den Rest weg! In der Zwischenzeit war auch Markus zu uns gesto√üen. Es wurde dunkel und Wolli kam und kam nicht. Markus sagte er m√ľsste doch l√§ngst da sein. ‚ÄěMach doch Land und Leute nicht verr√ľckt‚Äú: war meine Antwort, er wird noch rechtzeitig kommen. Heike war in der Zwischenzeit ins Stadion auf die Trib√ľne zu Monika gegangen umso noch einige Fotos zu schie√üen. Dann endlich der wandernde Wolfgang kommt auf uns zu. Er lacht vor Freude und Schmerzen. Er zeigt die Faust und zeigt ein leichtes grinsen. Wir sprechen uns ab, gehen bis zum KM 41, dann Laufschritt nebeneinander. Wie von einer Tarantel gestochen liefen wir im 5er Schnitt den Rest ins Ziel. Besonders auf dem roten Teppich im Stadion flogen wir wieder an vielen Finishern vorbei und winkend mit erhobenen H√§nden Ende Gel√§nde, geschafft im ZIEL nach 226 km. Wir umarmten uns und Wolli erhielt vom Sieger Andy Dreitz seine verdiente Medaille. Wir jubelten Heike und Monika auf der Trib√ľne zu und gingen ins Zelt. Hier durfte sich der neue Eisenmann setzen und ich ging 2 Glas Erdinger holen. Damit wurde auf den gro√üartigen anstrengenden Tag mit einem gl√ľcklichen, verdienten Ende angesto√üen.

Finisher und Supporter haben Bestnoten verdient. Ein langer Tag mit einem Ergebnis das Kraft f√ľr neue Herausforderungen freisetzt. Neues ist schon geplant, lasst euch √ľberraschen!!!

 

 

Uwe Lellinger

I CAN TRIATHLON Candia-Valencia

Durch die Corona-Pandemie wurden fast alle Triathlon Wettkämpfe bisher abgesagt. In Spanien fand am Samstag endlich ein Rennen mit genau 300 Teilnehmern unter erschwerten Bedingungen statt. Mittendrin unser Stefan Fettes. Endlich konnte er mal wieder zeigen was er so drauf hat der jugendliche Heißsporn.

Hier ein Erlebnisbericht von Stefan:

Der Schwimmstart sollte urspr√ľnglich f√ľr die Langdistanz um 8:20 Uhr sein. Dieser verschob sich allerdings um gut 20 Minuten da vor dem Check-in noch bei allen Startern das Fieber gemessen wurde. Nachdem dies reibungslos verlaufen ist gings zum Schwimmstart. Die Spanier haben sehr gro√üen Wert auf die Corona Ma√ünahmen gelegt (Abstand, Hygiene etc.) Das Schwimmen lief √ľberraschend gut, bin nach 1:02 Stunden auf Platz 20 rausgekommen. Es wurde im Meer jeweils 2x1,9 km bei herrlichem Sonnenaufgang geschwommen. Dann ging es aufs Rad. Dort stand ein Rundkurs von 6x30 km bei herrlichem Sonnenaufgang mit jeweils 6 km Kopfsteinpflaster an der Promenade von Gandia an. Der Wind hat es aber nicht so einfach gemacht. Nach der H√§lfte der Radstrecke war ich pl√∂tzlich auf dem 3.Platz. Mitte der vierten Runde hatte ich mit Knieschmerzen zu k√§mpfen, die leider bis zum Schluss anhielten. Die letzten 50 km habe ich es dann etwas lockerer angehen lassen und bin nach 4:52 Stunden vom Rad gestiegen. Danach ging es zum Laufen. Es wurden. Es wurden 6x7 km Runden an der Promenade entlanggelaufen. Die W√§rme machte sich bemerkbar (circa 25 Grad). Da wurde der st√∂rende Gegenwind beim Radfahren pl√∂tzlich zur dankbaren Abk√ľhlung beim Laufen. Wegen der strengen Corona Ma√ünahmen war es auch recht schwierig mit der Verpflegung w√§hrend des Rennens. Es gab jeweils beim Radfahren und Laufen eine Station wo man seine selbst vorbereitete Verpflegung vor dem Rennen abgeben musste um sie dann w√§hrend des Rennens selbstst√§ndig nehmen zu k√∂nnen. Daf√ľr musste man dann stehen bleiben. Beim Laufen habe ich von Anfang an versucht nicht zu √ľberpacen und habe den Marathon nach vielen ups und downs nach 3:25 Stunden hinter mich gebracht. Was am Ende der 7.Platz insgesamt und der 2.Platz in der AK30 bedeutete. Es war eine super Erfahrung aus der ich viel lernen konnte.

Gl√ľckwunsch zu der Superleistung Stefan. Jetzt hei√üt es ausruhen, regenerieren und dann f√ľr das gro√üe ZIEL ROTH 2021 zu trainieren. Ich bin davon √ľberzeugt das es dir gelingen wird hier eine Endzeit mit 8 Stunden und 30 Minuten zu erreichen. Ich dr√ľcke dir daf√ľr die Daumen.

 

   

 

Uwe Lellinger                                                                                           Kanzem 22.10.2020

Alles eine Frage der Perspektive

Bericht vom 13. X-Duathlon im Weißhauswald

Es gibt Menschen, die finden immer ein Haar in der Suppe. F√ľr die ist das Glas immer halb leer. Auch und gerade wenn es um die eigene Leistung geht. Auch im Sport. "Es hat schon wieder nicht f√ľrs Treppchen gereicht." - "Das 2 Stunden-Ziel klar verfehlt." - "Die vermatschte Strecke hat mir die Bestzeit verhagelt."

Dabei ist doch alles immer eine Frage der Perspektive.

Und deshalb berichte ich hier √ľber all die positiven Aspekte meines ersten Duathlons. Ein Cross Duathlon direkt vor der Haust√ľr im Trierer Wei√ühauswaldes mit integrierten Rheinland-Pfalz Meisterschaften.

Zuallererst: Ich habe es geschafft. Ich habe meinen ersten Cross-Duathlon gefinisht und ich bin unfallfrei durchgekommen. Und ich war tatsächlich nicht der Letzte im Ziel beim Cross der Asse. 

Nat√ľrlich k√∂nnte ich jetzt sagen: "Ich bin im letzten Viertel auf der Ergebnisliste gelandet. Nur ein gutes Dutzend waren hinter mir oder kamen nicht ins Ziel." Aber klingt es nicht besser zu sagen: "Ich bin Zweiter in meiner Altersklasse geworden."?

Auch was das Wetter anbelangt, kann sich niemand beklagen. Es blieb während es gesamten Wettkampfs trocken. Zumindest von oben.

Es ist letztlich alles eine Frage der Perspektive.

Aber von Anfang an:

Voller Respekt vor all den Assen habe ich mich bei der Startaufstellung ganz hinten eingereiht. Zun√§chst waren 2 Laufrunden √† 2,5 km zu bew√§ltigen. Die Strecke war √ľberwiegend flach, aber zum Ende der Runde ging es dann die laaaaange Treppe hoch.

Miriam auf der ber√ľchtigten Treppe; Foto: Holger Teusch

Danach war kaum Zeit, den Puls wieder auf Normalma√ü zu bringen, denn die n√§chste Rampe wartete, bevor es ein St√ľck durchs Waldstadion auf die zweite Runde ging. Da ich ja ganz hinten gestartet war, konnte ich zwei H√§nde voll Athleten √ľberholen. Insgesamt habe ich mich jedoch von Anfang an ziemlich zur√ľckgehalten. Zu gro√ü war mein Respekt vor den folgenden 800 H√∂henmetern auf dem Mountainbike. Und das war auch gut so. Denn die gesparten K√∂rner brauchte ich noch.

Der Wechsel lief reibungslos. Aufgrund der Streckenverh√§ltnisse hatte ich wohlweislich meine Klickis gegen normale, genoppte Pedale eingetauscht, so dass ich ohne Schuhwechsel schnell wieder auf der Strecke war. Ziemlich au√üer Atem machte ich mich auf den Weg zum ersten Anstieg. Ich glaube, die erste Radrunde war die anstrengendste f√ľr mich. Wahrscheinlich weil ich nach dem Laufen doch eine Weile brauchte, bis mein Puls und mein K√∂rper den richtigen Rhythmus gefunden hatten.

Trotzdem kam ich den gesamten Anstieg problemlos hoch. Auch an der Stelle, an der ich bei meiner Testfahrt vor 2 Wochen jedes Mal absteigen und schieben musste. Wenn ich diese ziemlich unebene Steigung gemeistert hatte, w√ľrde ich auch den Rest hochkommen. Und nach weiteren 150 H√∂henmetern war ich dann auch bereits am h√∂chsten Punkt, am Kockelsberg, angelangt.

Jetzt folgte meine Angstpassage: Eine leicht abfallende Strecke mit mehreren Stellen voller Matsch und teilweise tiefen Spurrillen. Ich war dankbar, dass da schon viele Biker vor mir durchgefahren waren. Dadurch gab es zumindest eine Art Ideallinie, die schon etwas breiter ausgefahren war. So schaffte ich es ohne größere Probleme. Ich glaube auf der 3. Runde habe ich es sogar geschafft, ohne ein einziges Mal steckenzubleiben.

Beweisfoto: Ich war dabei :-)

Beweisfoto: Ich war dabei :-)

Dann kam der schnelle Teil der Abfahrt bis ganz runter ins Tal. Hier waren die Streckenverh√§ltnisse fast ideal und ich konnte es laufen lassen, auch wenn ich hier bereits von Jens Roth, dem sp√§teren Sieger, √ľberholt wurde.¬† Das letzte St√ľck zum Stadion war nochmal etwas kraftraubend, aber die erste Runde war geschafft.



Letzte Rampe: Auch f√ľr Wolli kein Problem; Foto: Heike Lellinger

Ab der zweiten Runde wurde ich dann von vielen weiteren schnellen Assen √ľberrundet. Unglaublich, mit welchem Tempo diese Athleten bergauf unterwegs sind. Auch Stefan und R√ľdiger zogen an mir vorbei. Pfeilschnell.

Ich teilte mir meine Kr√§fte gut ein. Ich achtete auf meinen Puls und fuhr gleichm√§√üig die Steigungen hoch. Zu Beginn der vierten Runde g√∂nnte ich mir ein Gel. Keine Ahnung, ob ich es tats√§chlich gebraucht h√§tte, aber es gab mir das Gef√ľhl, auch den letzten Anstieg problemlos zu schaffen. Immerhin folgte ja noch eine letzte Laufrunde.

Diese letzte Laufeinheit √ľber 2,5 km absolvierte ich einigerma√üen locker und nicht viel langsamer als die ersten beiden Laufrunden zu Beginn. Noch ein kleiner Endspurt durchs Stadion. Mit der abzufallen drohenden und ziemlich l√§dierten Startnummer in meinen H√§nden √ľberquerte ich stolz die Ziellinie und finishte meinen ersten Cross Duathlon in 2:09:28,5.



Endspurt, Foto: Josef Fettes

Hier die Zeitsplits aller "Konzer" Teilnehmer am Cross der Asse (5km/23,2km/2,5km):

 

Stefan Fettes:         1:31:52,0 (18:25,8/1:03:38,08/9:47,3)

R√ľdiger Birk:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† 1:39:57,0 (19:43,6/1:09:16,5/10:56,8)

Matthias Keller:      2:09:28,5 (23:44,8/1:33:11,8/12:31,7)

Miriam Engel:          2:16:04,2 (22:19,1/1:40:40,8/13:04,2)

 

Beim Volkstriathlon √ľber die Kurzdistanz (2,5km/11,6km/2,5km) waren 2 Konzer am Start:

Andrea Bruckmann: 1:09:58,4 (11:56,9/45:48,3/12:13,2)

Wolfgang Lellinger:  1:21:49,8 (14:34,7/51:36,8/15:38,3)

 

Nicht zuletzt dank der lautstarken Unterst√ľtzung und des Anfeuerns durch Uwe, Hendrik und Andrea war dies insgesamt ein sehr erfolgreiches Wettkampf-Wochenende f√ľr die Athleten der TG Konz. Vor allem was die Rheinland-Pfalz Meisterschaften anbelangt

Stefan und Jens, zwei wahre Rheinland-Pfalz Champion                                                       3 Altersklassen Rheinland-Pfalz Cross Duathlon Vizemeister; Foto Hana Kolarova


Neben Stefan, der nicht nur den 2. Platz in der AK3, sondern auch den 3. Platz gesamt belegte und R√ľdiger, der in der Altersklasse Sen3 ebenfalls auf Platz 2 landete, darf auch ich mich in der Altersklasse Sen4 Rheinland-Pfalz Vizemeister nennen. Ich verrate auch nicht, wie viele Athleten in meiner Altersklasse am Start waren.

Es ist alles halt eine Frage der Perspektive. :-)

Matthias Keller

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